Gleitschirmfliegen

Aus DGF Heilbronn

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Ein Gleitschirm im Schnitt

Im Flug wird der Gleitschirm durch die Lufteintrittsöffnungen aufgeblasen. Durch den Staudruck und die Form des Segelschnittes bildet sich ein aerodynamisches Profil. Ca. 300-400m Fang- und Steuerleinen verbinden den Gleitschirm mit den Tragegurten. Die Tragegurte sind über Karabiner am Sitzgurt eingehängt. Der Sitzgurt sollte bequem Platz bieten und beinhaltet nach neuesten Vorschriften einen Schaumstoff-Aufprallschutz. Ein Rettungsfallschirm befindet sich in Griffweite des Piloten !

Ein Gleitschirm ist aus Sicherheitsgründen so überdimensioniert, dass er das 8-fache des zulässigen Startgewichtes aushält, ohne zu zerreissen.

Wird der Schirm bogenförmig am Berghang mit den Stauöffnungen nach oben ausgelegt, so füllt er sich beim Anlaufen mit Luft, wobei ein tragfähiges Profil entsteht. Nach 3 Schritten steht der Schirm bereits über dem Piloten. Jetzt erfolgt der Kontrollblick. Wird ein Fehler entdeckt, kann der Start immer noch abgebrochen werden. Ist alles ok, dann hebt das Ganze nach drei weiteren beschleunigenden Schritten ab. Gesteuert wird ein Gleitschirm über Bremsleinen, welche das hintere Ende des Schirmes herunterziehen.


Der Start

Eine am Start häufig von Zuschauern gestellte Frage ist: "Wann springen sie denn?". Der Gleitschirmpilot springt nicht runter, sondern er läuft einen geeigneten Hang mit entsprechendem Gefälle einige Meter Richtung Tal. Falls der Schirm einen besseren Gleitwinkel aufweist, als das Gefälle, hebt der Pilot sanft ab.

Der Flug

Ist der Pilot gestartet, macht er es sich in seinem Gurtzeug bequem. Der Gleitschirm läßt sich sehr leicht über die Steuerleinen lenken und bremsen. Läßt der Pilot die Steuerleinen locker, fliegt der Gleitschirm mit Trimmgeschwindigkeit gerade aus. Die Geschwindigkeiten moderner Schirme liegt zwischen 25 und 50 km/h. Die Sinkgeschwindigkeit liegt bei ca. 1 - 1.4 m pro Sekunde. D. h., bei einer Höhendifferenz von 1000m ist bei ruhiger Luft eine Flugzeit von ca. 15 Minuten möglich. Der tiefere Sinn im Gleitschirmfliegen ist allerdings, die aufsteigenden Luftmassen (Thermik) zu nutzen. Mit Hilfe von Thermik oder/und Hangaufwind, sind Flüge über mehrere Stunden möglich. Mit etwas Wetterglück und Erfahrung sind auch Streckenflüge über hundert oder mehr Kilometer machbar. Als Hilfsmittel für die Suche nach aufsteigender Luft dient ein Höhenmesser, der die Sink- bzw. Steigwerte in Meter pro Sekunde anzeigt und auch akustisch meldet - das sog. Variometer oder Vario. Bei der sogenannten Hammerthermik, bei optimalen Wetterbedingungen in den Alpen, können durchaus Steigwerte von 7-10m/s erreicht werden. Das entspricht etwa 30km/h. Bei diesen Bedingungen sollten jedoch nur noch erfahrene Piloten unterwegs sein.

Die Landung

Die Landung mit einem Gleitschirm ist sehr einfach. Der Pilot baut in der sog. Landevolte über dem Landeplatz seine restliche Höhe bis auf 60-90m ab und setzt dann zum Gegen-, Quer- und Endanflug an. Dieser sollte gegen die am Boden vorherrschende Windrichtung erfolgen. Hat der Pilot nur noch ca. 5m Höhe über dem Landeplatz, zieht er kontinuierlich die beiden Steuerleinen durch, bis er schließlich sanft, und meistens ohne Vorwärtsgeschwindigkeit auf dem Landepunkt aufsetzt.