Drachenfliegen

Aus DGF Heilbronn

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Ein Drachen besteht meist aus 4 Aluminiumrohren, etwas Segeltuch, dem Trapez, Segellatten und Abspannseilen. Der Pilot ist in seinem Liegegurt in der Nähe des Schwerpunktes hinter dem Trapez eingehängt. Durch die liegende Pilotenlage und die hohe erreichbare Geschwindigkeit wird das Gefühl des Fliegens und Gleitens besonders intensiv erlebt.

Jürgen mit seinem Cut beim Start

Der ursprüngliche Drachen (richtig heisst er Hängegleiter) wurde 1948 von der NASA als Rückholsystem für Raketen konstruiert, verschwand aber dann 15 Jahre in der Schublade. Erst 1973 wurde er wieder bekannt, als Mike Harkers Flug von der Zugspitze im Fehrnsehen übertragen wurde. Nach mehr als 30 Jahren Fortschritt im Hängegleiterbau hat sich das Aussehen der Fluggeräte deutlich verändert. Links im Bild z.B. der CUT von unserem Vorstand Jürgen. Wesentlich verbessert wurden die Hängegleiter hinsichtlich Sicherheit Flugleistung und Handling.

Nach dem Zusammenbau und einer Rundumüberprüfung seines Hängegleiters schlüpft der Pilot in den Liegegurt und hängt das Gurtzeug mittels eines Karabiners am Drachen ein. Zum Start nimmt er den Hängegleiter mit dem Steuerbügel auf die Schulter und kontrolliert sein Fluggerät und Umfeld.

Der Start erfolgt entweder an einem Hang mit ausreichend Neigung oder als Schlepp an einer Winde. Stimmen Wind- und Startbedingungen läuft der Pilot los und hebt bei ca. 35-40 km/h ab. Nach dem Erreichen einer Sicherheitshöhe steckt er die Beine in den Liegegurt und schliesst den Reissverschluss.

Gesteuert wird ein Hängegleiter durch Gewichtsverlagerung. Zieht sich der Pilot auf die linke Seite des Steuerbügels, so fliegt er eine Linkskurve, und andersrum nach rechts. Verlagert er sich nach vorne, steuert der Hängegleiter nach unter nimmt an Geschwindigkeit zu. Drückt er den Steuerbügel nach vorne so dass der Schwerpunkt nach hinten wandert, nimmt die Geschwindigkeit ab. Der Geschwindigkeitsbereich beträgt ca. 30-100 km/h je nach Modell. Das geringste Sinken beträgt 1 m/s bei ca. 40 km/h.

Zur Landung baut der Pilot in der sog. Landevolte über dem Landeplatz seine restliche Höhe bis auf 30-50m ab und setzt dann zum Gegen-, Quer- und Endanflug an. Letzterer sollte gegen die am Boden vorherrschende Windrichtung erfolgen. Hat der Pilot den Hängegleiter auf die Mindestgeschwindigkeit abgebremst und befindet sich nur noch in ca. 0,5m Höhe, drückt er den Steuerbügel ganz nach vorn und provoziert dadurch einen Strömungsabriss. Dadurch ist es möglich, bei einem leichten Gegenwind von 10-20 km/h nahezu im Stand zu landen.